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Mich hat das Leben ausgebildet

Ich kam als Frühchen mit offener Bauchdecke auf die Welt. Die Gedärme heraußen. Und ich war damals das erste Baby, das das überlebt hat. Im Unterbewusstsein waren diese Todesangst und der Überlebenskampf abgespeichert. Es folgten einige Monate Brutkasten-Leben - keine Berührungen, die für Babys so wichtig wären, kein Knüpfen emotionaler Bande. Da ich nur aus Haut und Knochen bestand, betete meine mittlerweile verstorbene Oma dafür, dass ich davon erlöst werden würde. ("Ommerl", ich liebe dich!) Mit anderthalb Jahren kam ich aufgrund einer Salmonellen-Vergiftung für drei Monate in Quarantäne. In dieser Zeit durfte ich keinen Kontakt zur Außenwelt haben - und die Erfahrungen, die ich dort machen musste, konnte ich erst seit meiner Energetiker-Tätigkeit verarbeiten. Mein Papa erzählt mir heute noch, dass ich mich bei der Entlassung an das Bein der Krankenschwester klammerte und ihn und Mama nach dieser Zeit erst einmal nicht mehr erkannt hatte. 


Da sich meine Eltern mit nichts eine Gastwirtschaft/Pension aufbauen mussten, blieb für mich keine Zeit. Es gab nur Arbeit und Stress und fremde Leute im Haus. An andere Dinge erinnere ich mich kaum. Außer noch an Fußball. Das war damals mein Leben. Mit Dreizehn erschütterte mich die Nachricht, dass meine Mama an einem Gehirntumor sterben würde. Mit Fünfzehn hatte ich zwei Darmverschlüsse - hintereinander. Überlebenschance 50/50. Wieder Salmonellenvergiftung. Dann Gelbsucht. Und mit Einundzwanzig starb dann meine Mama nach langem Kampf als schwerer Pflegefall. Das war die Zeit, in der ich zum Schreiben fand. Es diente mir anfangs als Therapie, bis ich fühlte, dass ich dazu berufen war. 


Dabei war Liebe immer das Thema, um das mein Leben kreiste. Ich wusste damals nicht, dass mir aufgrund meiner Geschichte komplett das Urvertrauen fehlte. Ich war immer nur ein Getriebener, auf der Suche nach Liebe und Anerkennung und einem Gefühl von Zuhause-Sein. Im Grunde mangelte es mir an allem, wenn es um mein Mensch-Sein ging - und das spiegelte mir auch das Außen. Ich musste Demütigungen, Liebeskummer, Enttäuschungen, Vertrauensmissbräuche en masse ertragen.
Kennst Du das? Was auch immer Du willst - irgendetwas blockiert Dich. Du schaffst es nicht es umzusetzen. Egal, was Du versuchst, Du kommst auf Deinem Weg zum Ziel kaum oder gar nicht voran. Im Gegenteil, Du scheiterst. Diese Situation macht Dich traurig, wütend, sie frustriert Dich. Vielleicht hast Du sogar den Gedanken, alles hinzuschmeißen und aufzugeben.

Ich hatte im Leben viele Ziele: Eine Familie gründen, als Schriftsteller erfolgreich sein, als gefeierter Drehbuchautor anerkannt werden, ein stabiles soziales Netz aufbauen, finanziellen Wohlstand erreichen. Mein Leben sollte voller Freude, Genuss und Glück sein – wie aus einem Bilderbuch.
​Doch egal, wie sehr ich mich auch bemühte, wie engagiert ich auch war, alles Nötige zu tun, um erfolgreich zu sein, ich blickte mit Anfang Vierzig auf ein ziemlich verkorkstes Leben. Warum? Weil ich innerlich eine einzige Baustelle war. Auf allen Ebenen! Traumatisiert. Voller Blockaden. Mir war das nur alles nicht bewusst. Ich dachte, dass ich einfach nur Pech hatte.

 

Erst im Jahr 2018, als ich begann, an meinem Bewusstsein zu arbeiten, veränderte sich auch mein Leben stark zum Positiven. Sobald ich etwas Geld übrig hatte - und selbst, wenn ich es nicht hatte - leistete ich mir eine Familienaufstellung, oder nahm als Stellvertreter teil, um zu wachsen, zu heilen, mir ein neues Bewusstsein zu erschaffen und den Horizont zu erweitern. Im März 2019 fiel dann die entscheidende Blockade - ich durchfühlte den Schmerz des anderthalbjährigen Stefans, der in Quarantäne das Gefühl verinnerlichte, er wäre hinter dicken Mauern gefangen und alleine auf dieser Welt - und ab da fühlte ich mich mit allem verbunden und transformierte Blockade für Blockade. Unaufhörlich. Jahrelang.

𝑀𝑒𝑖𝑛 "𝑎𝑙𝑡𝑒𝑠" 𝐿𝑒𝑏𝑒𝑛 𝑘𝑜𝑚𝑚𝑡 𝑚𝑖𝑟 𝑚𝑖𝑡𝑡𝑙𝑒𝑟𝑤𝑒𝑖𝑙𝑒 𝑠𝑜 𝑢𝑛𝑤𝑖𝑟𝑘𝑙𝑖𝑐ℎ 𝑣𝑜𝑟, 𝑎𝑙𝑠 𝑤ä𝑟𝑒 𝑒𝑠 𝑒𝑖𝑛 𝑠𝑐ℎ𝑙𝑒𝑐ℎ𝑡𝑒𝑟 𝑇𝑟𝑎𝑢𝑚 𝑔𝑒𝑤𝑒𝑠𝑒𝑛.

 

Keine Frage, ich hab noch einiges aufzuarbeiten. Das Mensch-Sein ist unglaublich komplex. Aber ich liebe mittlerweile mein Leben. Ich genieße es, die Welt zu entdecken. Ich lebe in Fülle. Und das alles Dank Bewusstseins-Arbeit.

Dieser Weg mag steinig sein und herausfordernd. Aber es lohnt sich, ihn zu gehen. Ich bin ihn gegangen und kann sagen: Es gibt nichts Glücklichmachenderes, als in sich all das zu aktivieren, was man im Außen so verzweifelt gesucht hat. Und so paradox es klingen mag, sobald Du es nicht mehr brauchst, weil Du es in dir spürst, bekommst Du es im Außen im Überfluss. Das ist nämlich eines dieser universellen Gesetze: Mangel erzeugt Mangel und Fülle zieht Fülle an.


Wenn Du den Impuls verspürst, ich soll mit Dir an Deinem Themen arbeiten, freue ich mich auf Deine Nachricht.

​​

Herzlichst!

Stefan

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